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Mittwoch, Januar 16, 2008

Windows ist unfähig!



Man möge mir den sehr polemischen Titel dieses Eintrags verzeihen, aber in diesem Fall trifft es einfach nur 100%ig zu.
Ich habe gerade versucht, eine USB Festplatte mit FAT32 zu formatieren. Dabei wollte ich den kompletten Platz ausnutzen - 370 GigaByte. Nur Windows XP ist einfach zu blöd dazu. Laut der Microsoft Knowledge Base kann man nämlich seit Windows 2000 FAT32 Partitionen nur bis zu einer Größe von 32 GigaByte formatieren:

"In Windows 2000 können Sie kein Volume mit dem FAT32-Dateisystem formatieren, das größer ist als 32 GB. Der Windows 2000-FastFAT-Treiber kann zwar Volumes mit mehr als 32 GB, die das FAT32-Dateisystem verwenden, einrichten und unterstützen (sofern sonstige Beschränkungen eingehalten werden), Sie können ein solches Volume jedoch nicht mit dem Hilfsprogramm "Formatieren" erstellen. Es handelt sich hierbei um ein beabsichtigtes Verhalten. Wenn Sie ein Volume erstellen müssen, das größer ist als 32 GB, müssen Sie das NTFS-Dateisystem verwenden."
Was wirklich erstaunlich ist, da das FAT Dateisystem ja auch eine Entwicklung von Microsoft ist (siehe wikipedia).

Also schnell den Laptop hochgefahren (auf dem läuft Ubuntu) und das gleiche dort mit dem Partitionseditor GParted ausprobiert. Und siehe da: 10 Sekunden später war das Ding formatiert. Einfach so - und Windows hat das Laufwerk danach natürlich auch ohne Probleme erkannt.

Warum es, wie Microsoft es ausdrückt, "sich hierbei um ein beabsichtigtes Verhalten" handelt, darüber kann man wohl nur spekulieren. Verstehen kann man es nicht.

(foto)

Freitag, Dezember 14, 2007

Pandora auch endlich wieder in Deutschland empfangen

Der geniale Internet Radiosender Pandora musste ja aufgrund einer veränderten Gesetzgebung seinen Sendebetrieb außerhalb der USA einstellen. Nachzulesen ist das Dilemma hier.
Da ich allerdings keine Lust habe, mir meinen Musikgenuss durch solche Nebensächlichkeiten trüben zu lassen, war ich auf der Suche nach einer Möglichkeit, diese Sperre zu umgehen. Nach mehreren Fehlschlägen (CGI Proxies usw.) bin ich auf das Anonymisierungsnetzwerk Tor gestoßen. Dabei handelt es sich um eine Software die Internet-Datenverkehr auf mehrere Netzwerkknoten verteilt. Der Clou dabei: Man kann explizit sog. ExitNodes definieren - also der letzte Knoten im Tor Netzwerk, von dem aus die tatsächliche Anfrage an die aufzurufende Website gemacht wird. Stehen diese in den USA so glaubt Pandora natürlich das auch die eigentliche Anfrage aus den USA kommt. Genial oder? ^^

Aber nun zum Wesentlichen - hier eine Anleitung für Ubuntu wie man wieder in den Genuss von Pandora kommt:

1. Die passenden Pakete installieren:
sudo apt-get install tor
sudo apt-get install privoxy

Privoxy ist ein Anonymisierungsproxy der als HTTP-Proxy fungiert. Tor bietet nämlich nur einen SOCKS Proxy an - den unterstützen leider nicht alle Clientprogramme (der Opera Browser bspw. nicht)

2. Ein paar Einstellungen vornehmen:
gksudo gedit /etc/privoxy/config
Dort am Ende folgende Zeile einfügen (inkl. dem Punkt am Ende):
forward-socks4a / localhost:9050 .

3. Privoxy neustarten
sudo /etc/init.d/privoxy restart

4. Die Netzwerkeinstellungen des Browsers anpassen
Im Firefox geht das folgendermaßen:
Menü->Bearbeiten->Einstellungen->Erweitert->Netzwerk->Einstellungen
Dort als Proxy den localhost (127.0.0.1) mit Port 8118 eintragen.

So nun kann man bereits mit dem Browser anonym surfen. Dabei ensteht allerdings auch ein massiver Geschwindigkeitsverlust, den man allerdings leicht verschmerzen kann - zum Streamen von Pandora reicht's aus.

Nun muss Tor noch beigebracht werden, nur ExitNodes aus den USA zu verwenden. Die leichteste Möglichkeit schnelle Nodes zu finden ist das Tool Vidalia. Dieses existiert leider nicht als vorkompiliertes Paket für Ubuntu, allerdings ist das Selberkompilieren problemlos machbar.
Dazu besorgt man sich erstmal den Quellcode. Weiterhin benötigt man noch die Pakete qt4-dev-tools und qt4-designer. Am besten einfach über den Paketmanager installieren. Nun wechselt man in das Verzeichnis in dem das Paket mit dem Quellcode liegt und macht folgendes:
tar -zxf vidalia-[je nachdem welche Version runtergeladen wurde].tar.gz
export QMAKE=/usr/bin/qmake-qt4
./configure
sudo make install

Das war's schon.

Nun kann man Vidalia starten. Es sollte eine kleine Zwiebel in der Taskleiste erscheinen. Über dies kann man das Kontroll-Panel aufrufen. Dort gibt es die Option "Netzwerk betrachten". Man sollte dann folgendes sehen:



Die Liste zur Linken kann man nach Land sortieren lassen. Je mehr Balken neben den Flaggen angezeigt werden, desto schneller ist der Netzwerkknoten.

Nun öffnet man die Tor Konfig-Datei:
gksudo gedit /etc/tor/torrc
Ans Ende der Datei fügt man folgendes ein:
StrictExitNodes 1
ExitNodes server1, server2, server3, server4, ... usw.

Die Namen für die Server entnimmt man der Netzwerkanzeige in Vidalia. Je mehr Server dort eingetragen desto besser.
Nun noch Tor neustarten:
sudo /etc/init.d/tor restart

PUH... Fertig, endlich. War ja doch ein bisschen was zu tun. Aber nun sollte einem der Aufruf von Pandora wieder mit dem altbekannten Player begrüßen und nicht mit der langweiligen Meldung, dass der Sendebetrieb eingestellt werden musste.

Vielen Dank an msteven der eine ähnliche Anleitung für Windows verfasst hat:
Pandora von ausserhalb der USA empfangen

Montag, November 19, 2007

Prophet: Ubuntu klaut Windows Marktanteile

Heute spiele ich mal Prophet und sage voraus, dass genau wegen solchen Geschichten, das freie, Linux-basierte Betriebssystem Ubuntu in den nächsten 1-2 Jahren eine Menge Marktanteile von Windows klauen wird.
Einerseits, weil Ubuntu in der aktuellen Version so zugänglich wie nie ist, und zweitens, weil Windows Vista, gelinde gesagt, wirklich eine Zumutung ist.

Eine (natürlich total unrepräsentative) Statistik, die diese Aussage untermauert: bereits über 44% der Benutzer meines Blogs benutzen Linux anstatt Windows.

"So schlecht ist Windows Vista" auf südkurier.de

Sonntag, November 18, 2007

Ubuntu: Schickere Firefox Formulare

Aus irgendeinem Grund ist in Ubuntu die Darstellung von HTML Formularen im Firefox, sehr, sehr hässlich. Hier mal ein Beispiel:



Das will irgendwie so gar nicht zum restlichen Aussehen des Betriebssystems passen. Auf ubuntuforums.org gibt es allerdings eine einfache Möglichkeit, dem Abhilfe zu schaffen. Und so geht's:


wget http://users.tkk.fi/~otsaloma/art/firefox-form-widgets.tar.gz
tar -xvzf firefox-form-widgets.tar.gz
sudo cp /usr/lib/firefox/res/forms.css /usr/lib/firefox/res/forms.css.bak
cat firefox-form-widgets/res/forms-extra.css | sudo tee --append /usr/lib/firefox/res/forms.css > /dev/null
sudo cp -r firefox-form-widgets/res/form-widgets /usr/lib/firefox/res
rm -rf firefox-form-widgets


Das war's schon. Jetzt passen sich die Formulare wesentlich besser ins Gesamtbild von Ubuntu ein:



Danke an OS Novice. Allerdings ist die dortige Beschreibung nicht mehr mit der aktuellen Ubuntu Version kompatibel, da sich das Firefox Installationsverzeichnis geändert hat.

Samstag, Oktober 27, 2007

Windows(SMB) Freigaben in Ubuntu einbinden

Ubuntu bietet bereits von Haus aus eine Möglichkeit an, auf eine Windows Freigabe zuzugreifen; nämlich über "Orte --> Verbindung zu Server". Problematisch hierbei allerdings: die Freigabe ist dann nur im Dateimanager verfügbar und viele Programme können somit nicht auf die dort verfügbaren Daten zugreifen.
In meinem Fall hatte ich das Problem, dass ich mich zwar wunderbar über o.g. Funktion mit meiner Musik Freigabe auf meinem Fileserver verbinden, Rhythmbox (Ubuntu's Standard MP3 Player) damit aber nichts anfangen konnte.
Die Lösung des Problems: die Freigabe muss explizit in das Dateisystem von Linux eingebunden (gemountet) werden. Und so funktioniert das Ganze:

1. Erstmal die passende Software dafür besorgen, das wäre in diesem Fall der Samba Client und das dazugehörige Dateisystem.

sudo apt-get install smbfs smbclient

2. Ein Verzeichnis auf dem lokalen Rechner anlegen, über das die Freigabe erreichbar sein soll. Bspw. im Home des aktuellen Benutzers:
cd ~
mkdir musik

3. Nun wird die Freigabe gemountet:
sudo smbmount //192.168.1.2/Musik /home/mayo/musik -o username=mayo,password=meinpasswort,uid=1000,mask=000
Natürlich die Server- und Freigabenamen durch die eigenen ersetzen. Benutzerkennung und Passwort gelten natürlich für den Server auf dem die Freigabe liegt.

Wenn alles geklappt hat, dann sollte man unter ~/musik nun die entsprechenden Dateien vorfinden.

Möchte man die Freigabe wieder entfernen, dann klappt das folgendermaßen:
sudo smbumount /home/mayo/musik

Soweit so gut. Nun hab' ich ja keinen Bock, das Ganze nach jedem Systemstart zu wiederholen. Damit die Freigabe automatisch gemountet wird, muss man einen Eintrag in der /etc/fstab vornehmen. Da es aber etwas unsicher wäre, Benutzer und Passwort dort im Klartext reinzuschreiben, sollte man diese in einer, nur für den root Benutzer zugänglichen, Datei speichern:

1. Die Datei erstellen:
gksudo gedit /root/.credentials

2. Dort die Benutzerdaten hinterlegen:
username=dein_smb_username
password=dein_smb_passwort

3. Nun die Zugriffsberechtigung beschränken:
sudo chmod 600 /root/.credentials

4. Jetzt die entsprechende Anweisung in /etc/fstab schreiben:
gksudo gedit /etc/fstab

Dort folgenden Eintrag hinzufügen:

//192.168.1.2/Musik /home/mayo/musik smbfs auto,credentials=/root/.credentials,uid=1000,umask=000,user 0 0


5. Nun muss nur noch die fstab neu eingelesen werden:
sudo mount -a

Das war's auch schon. Nun wird bei jedem Systemstart die Freigabe automatisch eingebunden und die dort liegenden Dateien sind auch wirklich für alle Programme zugänglich.

Dank an dbott67.

Freitag, Oktober 19, 2007

Ubuntu Gutsy Gibbon - Desktop Effekte

Der Gefräßige Gibbon ist endlich da, und macht Linux anwenderfreundlicher denn je. Besonders die nun standardmäßig verfügbaren Desktop-Effekte sind beeindruckend. Verfügt die Grafikkarte über genügend Power, so kann man diese komfortabel über die Systemeinstellungen aktivieren. Es gibt dabei zwei Varianten: die Erste liefert nur die, für die Benutzbarkeit zuträglichsten Effekte, während die Zweite aus dem vollen Compiz Fusion Repertoire schöpft und mit wabbeligen und klebrigen Fenstern aufwartet.
Hört sich nicht nur interessant an, sieht auch gut aus. Und ist darüber hinaus noch performant und stabil.

Was mir allerdings fehlt ist eine Anleitung wie man diese neuen Funktionen anwendet. Daher versuche ich hier nun einige davon zusammenzutragen:

  • Mausrad drehen (wenn Fokus auf dem Desktop liegt)
    Damit schaltet man zwischen den virtuellen Desktops um.

  • Super + Mausrad drehen
    In den Desktop zoomen. Bildschirmlupe war gestern - sämtliche Applikationen bleiben auch im gezoomten Zustand voll benutzbar.

  • Super + Tab
    Zwischen Fenstern wechseln (wie Alt+Tab). Allerdings werden die Fenster nun wie bei Apple's Cover Flow dargestellt - super schick!

  • Super + E
    Expo - zeigt einen Überblick über sämtliche virtuellen Desktops

  • Shift + Alt + Pfeiltaste Hoch
    Zeigt eine Übersicht über alle geöffneten Fenster - ähnlich Apple's Exposé

Achja, die "Super" Taste ist die gute alte Windows-Taste, super gell?! ^^

Mittwoch, Oktober 03, 2007

Ubuntu/Windows Dual-Boot - Zeit verstellt sich

Ich muss ja mal sagen, dass ich mit der aktuellen Ubuntu Distribution (Feisty Fawn) absolut zufrieden bin. Leider kann ich noch nicht 100%ig auf Windows verzichten und betreibe daher ein Dual-Boot System zusammen mit Windows XP.

Was mir hier nun etwas seltsam vorkam: Nachdem man von Ubuntu nach Windows bootet, verstellt sich die Systemzeit um 2 Stunden in die Vergangenheit.
Also erstmal die Zeitzonen von beiden Systemen geprüft ... hmm, scheint alles in Ordnung, daran kann's wohl nicht liegen.

Nach kurzem Suchen entdeckte ich dann allerdings doch eine Lösung. Standardmäßig scheint Ubuntu davon auszugehen, dass das System auf UTC (koordinierte Weltzeit) eingestellt ist. Dummerweise ist das bei mir nicht der Fall.
Um das zu ändern muss man in der /etc/default/rcS den Wert UTC auf no setzen:

sudo cp /etc/default/rcS /etc/default/rcS_backup
sudo gedit /etc/default/rcS

In diesen beiden Zeilen den Wert UTC ändern:
# Set UTC=yes if your system clock is set to UTC (GMT), and UTC=no if not.
UTC=yes

in:
# Set UTC=yes if your system clock is set to UTC (GMT), and UTC=no if not.
UTC=no
So, das war's auch schon. Jetzt sollte es keine künstlichen Zeitverschiebungen mehr geben.

Freitag, August 24, 2007

GRUB: Windows XP und Ubuntu im Dual-Boot

Auf meinem System befindet sich Ubuntu (auf der ersten Festplatte) und Windows XP (auf der zweiten). Um nicht ständig den Umweg über den Bootmanager vom BIOS machen zu müssen, hab ich mich mal schlau gelesen wie man den Ubuntu Bootmanager GRUB dazu bewegen kann auch Windows XP zu booten.

Dazu muss man folgendes in die /boot/grub/menu.lst einfügen:

title Windows XP
root (hd1,0)
savedefault
makeactive
map (hd0) (hd1)
map (hd1) (hd0)
chainloader +1
Nun erscheint im GRUB Menü auch der Eintrag für Windows XP. Über die map Kommandos wird Windows XP vorgegaukelt es würde auf der primären Festplatte laufen - sonst würde es nämlich den Dienst verweigern.

Freitag, August 17, 2007

Logitech Maus MX510 unter Ubuntu Linux

Standardmäßig werden unter Ubuntu zusätzliche Maustasten (Seitentasten, Scrolltasten) nicht unterstützt. Da die aber doch sehr praktisch sind, vor allem beim Surfen, gibt's hier eine kleine Anleitung wie man diese sehr leicht aktivieren kann:

Im Endeffekt liegt alles (wie so oft) am falschen Treiber. Man muss also lediglich den Treiber für das Eingabegerät in der X11 Config austauschen. Normalerweise sieht der Abschnitt in der xorg.conf für die Maus so aus:

Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
Option "CorePointer"
Option "Device" "/dev/input/mice"
Option "Protocol" "ImPS/2"
Option "ZAxisMapping" "4 5"
Option "Emulate3Buttons" "true"
EndSection
Wie man sieht, wird hier der Treiber "mouse" verwendet. Um nun die zusätzlichen Tasten aktivieren zu können, muss der "evdev" Treiber verwendet werden. Dazu tauscht man einfach obigen Abschnitt mit folgendem aus (oder einfach auskommentieren, falls doch was schief gehen sollte) :
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "evdev"
Option "CorePointer"
Option "Name" "Logitech USB-PS/2 Optical Mouse"
EndSection
Den Wert für die Option "Name" kann man so herausfinden:
$ cat /proc/bus/input/devices
Jetzt nur noch X neu starten (bspw. mit STRG+ALT+Backspace) und schon sollten die zusätzlichen Knöppkes funktionieren. Na, das war aber einfach ;).

Dank an madman2k